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Archive for the ‘Telegramme’ Category

Telegramm 60: Nur ein kurzer Altweibersommer

23. September 2010 1 Kommentar

Nun sind sie doch noch da, die so sehnlichst erhofften späten Sommertage. Beinahe ganz Europa liegt unter einem Hochkeil. Durch den Hochdruckeinfluß lösen sich die Wolken auf und es wird zunehmend heiter. Auf der Rückseite des Hochkeils wird mit einer südlichen Strömung etwas angefeuchtete Warmluft herangeführt.

Wetterlage am 22. September 2010 15:00 UTC: Fast ganz Europa liegt durch einen relativ schnell durchziehenden Hochkeil unter Hochdruckeinfluß. Quelle: Naval Research Laboratory

In gewisser Weise kann man von einem Altweibersommer sprechen, doch das Glück währt nur kurz, denn der Hochkeil wandert nach Osten weiter, und ein von Westen herannahender Trog mit Tiefdruckgebieten sorgt für eine erneute Wetterverschlechterung in Europa.

Der Altweibersommer zählt zu den sogenannten Singularitäten, also Wetterlagen die sich zu bestimmten Zeiten im Jahreslauf mehr oder weniger regelmäßig einstellen. Der Altweibersommer tritt typischerweise im September auf. Die Wetterlage ist gekenntzeichnet durch ein ausgedehntes Hochdruckgebiet über großen Teilen Europas, welches schönes Wetter bringt, weil die Luft in einem Hochwirbel großflächig absinkt und sich dabei erwärmt, wodurch sich die meisten Wolken auflösen.

 

Wetterlage am 22. September 2010 15:00 UTC: Noch hält sich der Hochkeil über Europa. Doch von Westen naht ein Trog mit Tiefdruckgebieten. Im Bereich des Hochs haben sich vielerorts Bodennebel gebildet, die sich im Laufe des Tages bei zunehmender Erwärmung durch die Sonne wieder auflösen. Quelle: Naval Research Laboratory

In der Nacht und in den frühen Morgenstunden können sich allerdings Bodennebel bilden: Wegen der schon recht weit fortgeschrittenen Jahreszeit kühlt die Luft in Bodennähe nachts stark ab. Die absinkenden, immer wärmer werdenden Luftmassen des Hochs treffen auf die kalten bodennahen Luftschichten und werden aufgehalten. Es bildet sich eine stabile Luftschichtung (warme über kalter Luft), eine Absinkinversion. Enthält die bodennahe Luft genug Feuchtigkeit, so können Bodennebel entstehen. Im Laufe des Tages allerdings, erwärmt die Sonne den Erdboden und dieser die Luftschichten darüber, so daß sich die Bodennebel wieder auflösen. Die von unten erwärmte Luft steigt auf (labile Luftschichtung, kalte über warmer Luft) und kühlt sich dabei ab. Bei ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit kommt es zur Wolkenbildung. Es entsteht eine Schichtbewölkung, da die aufsteigende Luft bald auf die deutlich wärmeren absinkenden Luftmassen trifft, die ihren weiteren Aufstieg verhindern. Die warme Luft im Hoch wirkt also als Sperrschicht.

Jens Christian Heuer

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Telegramm 59: Wechselhaftes Wetter durch Westlage

Wie vorhergesagt währte das schöne Wetter über Europa nur einige Tage und wurde von einer Westlage abgelöst. Mit der westlichen Höhenströmung zieht ein dynamisches Tief nach dem anderen über Europa hinweg. Das Wetter ist entsprechend wechselhaft. Meist ist es regnerisch, nur unterbrochen durch kurze sonnige Abschnitte infolge von Zwischenhochs.

Wetterlage am 13. September 2010 15:oo UTC: Die hellblau eingezeichneten 500HPa-Isohypsen zeigen (indirekt) den Verlauf der Höhenluftströmung (in ca. 5,5-6km Höhe). Es herrscht eine typische Westlage mit einer von West nach Ost verlaufenden Höhenströmung. Westlich von Afrika entwickeln sich zwei Tropische Wirbelstürme. Quelle: Naval Research Laboratory

Die westliche Höhenströmung wird durch den Temperaturkontrast zwischen (sub)tropischer Warmluft und polarer Kaltluft an der Polarfront angetrieben. Verstärkend wirken Islandtief und Azorenhoch, die beide recht gut ausgebildet sind.

Wetterlage am 13. September 2010 15:oo UTC: Die hellblau eingezeichneten Isobaren zeigen den Luftdruck in Meeresspiegelhöhe (Bodenluftdruck) und damit auch die Lage von Hoch- und Tiefdruckgebieten. Man erkennt sofort das gut ausgeprägte Islandtief und Azorenhoch. Auffallend sind auch die beiden im Entstehen begriffenen Tropischen Wirbelstürme. Der westlicher gelegene der beiden Tiefdruckwirbel weist schon einen sehr niedrigen Kerndruck auf. Quelle: Naval Research Laboratory

Beide Druckgebilde verstärken den Temperaturkontrast an der Polarfront, indem sie kalte (Islandtief) bzw. warme Luft (Azorenhoch) heranführen und nach Osten lenken. Das Islandtief überträgt zudem Drehimpuls auf die Höhenströmung, die dadurch zusätzlich an Stärke gewinnt.

Die Meteorologen erwarten bis auf weiteres keine Wetterbesserung. Die Chancen für auf einen Altweibersommer im Oktober mit einem ausgedehnten Hochdruckgebiet über Mitteleuropa sind nach den vorliegenden Wettervorhersagen praktisch Null.

Jens Christian Heuer

Kategorien:Telegramme, Wetter

Telegramm 58: Noch ein paar schöne Spätsommertage

Ein von 2 Höhentrögen eingerahmter Hochkeil beschert West- und Mitteleuropa noch ein paar schöne Sommertage. Im Einflußbereich des Hochkeils sinken die Luftmassen großflächig ab und erwärmen sich dabei, so daß sich die meisten Wolken auflösen. Das bedeutet schönes Wetter.

 

Wetterlage am 03. September 2010 15:oo UTC: Die hellblau eingezeichneten 500HPa-Isohypsen zeigen (indirekt) den Verlauf der Höhenluftströmung (in ca. 5,5-6km Höhe). Der von 2 Trögen eingerahmte überwiegend wolkenfreie Hochkeil über West- und Mitteleuropa ist gut zu erkennen. Quelle: Naval Research Laboratory

Trotzdem bleibt es relativ kühl, da auf der Vorderseite des Hochkeils kalte Luft aus dem Norden herangeführt wird.

Die schöne Wetterlage hält ein paar Tage an, da die Konstellation aus drei Druckgebilden mit einem Hoch und zwei flankierenden Tiefs dynamisch relativ stabil ist. Wenn sich eine solche Wetterlage über Wochen hält, sprechen die Meteorologen von einer Omegalage. Doch es ist schon relativ herbstlich und daher der Temperaturkontrast zwischen polarer Kaltluft und (sub)tropischer Warmluft wieder recht groß. Deshalb gehen die Wettervorhersagen davon aus, daß sich schon sehr bald der Hochkeil abschnürt und dann die Höhenströmung sich südlich davon regeneriert.

 

Wetterlage am 04. September 2010 09:oo UTC: Die hellblau eingezeichneten 500HPa-Isohypsen zeigen (indirekt) den Verlauf der Höhenluftströmung (in ca. 5,5-6km Höhe). Noch ist die Dreier-Konstellation aus Hochkeil und zwei flankierenden Höhentrögen stabil. Doch bald wird sich das ändern. Quelle: Naval Research Laboratory

Mit der Höhenströmung gelangen dann Tiefdruckwirbel nach West- und Mitteleuropa und bilden eine sogenannte Tiefdruckrinne. Dann erwartet uns wieder wechselhaftes Wetter, wo regnerische und sonnige Abschnitte einander ablösen.

Jens Christian Heuer

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Telegramm 57: Schöner Tiefdruckwirbel über Deutschland

Über Deutschland ist derzeit ein schön ausgebildeter Tiefdruckwirbel zu beobachten. Es handelt sich um ein  etwas gealtertes außertropisches Tief mit Warmfront und Kaltfront. Vom Tiefdruckzentrum her haben sich beide Fronten schon zu einer Mischfront (Okklusion) vereinigt, was für ältere Tiefs durchaus typisch ist. Die außertropischen Tiefs der mittleren Breiten entstehen an der Polarfront, wo sie polare Kaltluft und subtropische Warmluft miteinander verwirbeln.

Wetterlage am 30. August 2010 08:00 UTC (RGB, Airmass; grün = tropische Warmluft, blau = polare Kaltluft, weiß = hohe Wolken, ockergelb = mittelhohe Wolken, rot = absinkende Luftmassen in der Stratosphäre zeigen Tiefdruckgebiete. Diese „saugen“ die Luft nicht nur von unten an, sondern auch von oben. Dadurch bildet sich eine Tropopausenfalte und auch die darüber befindliche stratosphärische Luft beginnt abzusinken. In diesen Absinkzonen kommt es zur Wolkenauflösung.) Quelle: EUMETSAT 

Der Tiefdruckwirbel befindet sich in einem mit polarer Kaltluft gefüllten Höhentrog des Jetstreams. Der Verlauf des Jetstreams bestimmt die Zugbahnen der außertropischen Tiefs und ist auch ihr Ursprungsort, denn sie alle gehen aus einer Unregelmäßigkeit, einer Divergenz in der Höhenströmung hervor. Diese Divergenz erzeugt einen Unterdruck, so daß Luft vor allem von unten angesaugt wird. Wenn die Luft gehoben wird kühlt sie Luft ab, und die Luftfeuchtigkeit kondensiert in kleinen Tröpfchen aus. Es kommt zur Wolkenbildung und häufig auch zu Niederschlägen (Schlechtwetter).

Jens Christian Heuer

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Telegramm 56: Hurrikan Danielle

Über dem Nordatlantik hat sich der Tropische Wirbelsturm Danielle gebildet, der inzwischen zu einem Hurrikan hochgestuft wurde. Ein Tropischer Wirbelsturm gilt erst dann als Hurrikan, wenn Windgeschwindigkeiten von mehr als 118 km/Std. erreicht werden.

Wetterlage am 24. August 06:00 UTC (RGB-Airmass; grün = tropische Warmluft, blau = polare Kaltluft, weiß = hohe Wolken, ockergelb = mittelhohe Wolken, rot = absinkende Luftmassen in der Stratosphäre zeigen Tiefdruckgebiete. Diese „saugen“ die Luft nicht nur von unten an, sondern auch von oben. Dadurch bildet sich eine Tropopausenfalte und auch die darüber befindliche stratosphärische Luft beginnt abzusinken): Über dem Nordatlantik ist der Hurrikan Danielle zu erkennen. Östlich davon, direkt vor der westafrikanischen Küste formiert sich anscheinend ein weiterer tropischer Wirbelsturm. Im Bereich der Innertropischen Konvergenzzone (ITCZ) über Afrika ist eine starke, hochreichende Quellbewölkung zu erkennen. Das Wetter ist tropisch mit häufigen Gewittern und Niederschlägen. Das lange Wolkenband in den mittleren Breiten der Nordhalbkugel zeigt den Verlauf des Jetstreams. Hier entstehen die außertropische Tiefdruckwirbel. Mit der derzeit vorherrschenden westlichen Strömung gelangen sie nach Europa, wo sie für milde Temperaturen und wechselhaftes Wetter sorgen (zonale Luftzirkulation). Quelle: EUMETSAT

Tropische Wirbelstürme bilden sich im Einflußbereich der African Easterly Waves vor Westafrika aus tropische Depressionen (Tiefs) bei ausreichender Zufuhr latenter Wärme.

Der African Easterly Jet (AEJ) ist ein kräftiger Ostwind in mittleren Höhen, der bis in relativ bodennahe Luftschichten herabreicht. Allerdings verwandelt hier die Bodenreibung den Ostwind (Urpassat)in einen Norostwind (Nordostpassat). Der AEJ wird durch den Temperaturkontrast zwischen der heißen Luft über der Sahara und der vergleichsweise kühleren Luft über dem tropischen Regenwald angetrieben. (Mechanismus: Es bildet sich ein von Nord nach Süd gerichtetes Luftdruckgefälle, da der Luftdruck in einer warmen Luftsäule mit der Höhe langsamer abnimmt als der Luftdruck in einer kalten Luftsäule. Ohne Erdrotation gäbe es einen Nordwind, doch mit Erdrotation wird die ablenkende Corioliskraft wirksam und aus dem Nordwind ein Ostwind.)

Hurrikan Danielle (Geos-13,VIS). Quelle: Naval Research Laboratory

Wenn der AEJ eine kritische Strömungsgeschwindigkeit überschreitet wird er instabil un beginnt zu mäandern. Dabei bilden sich Rossby-Wellen,  die African Easterly Waves (AEW) mit Wellenbergen (Trögen) kühler Luft und Wellentälern (Rücken) warmer Luft.  Durch Unregelmäßigkeiten der Strömungsgeschwindigkeit des AEJ entstehen Konvergenzen und Divergenzen: Konvergenzen („Luftstauungen“) zwingen die Luft nach oben auszuweichen. Dabei kühlt sie ab und die Luftfeuchtigkeit kondensiert. Durch Freisetzung latenter Wärme (Kondensationswärme) bilden sich in einem selbstverstärkenden Prozeß Quellwolken, und es entsteht ein bodennahes Tief, die tropische Depression (Schlechtwetter). Im Bereich der Divergenzen („Luftverdünnungen“) wird Luft von oben angesaugt. Die absinkende Luft erwärmt sich, wodurch sich die Wolken auflösen (Schönwetter).

Oberhalb des African Easterly Jet (AEJ) herrschen dagegen starke Westwinde vor, weil sich in großen Höhen der Temperaturkontrast zwischen den Luftmassen umkehrt. Das liegt an der latenten Wärme, die bei der starken Wolkenbildung über dem tropischen Regenwald frei wird. Dadurch ist die Luft über dem tropischen Regenwald in größeren Höhen deutlich wärmer als die praktisch wolkenfreie Luft über der Sahara.

Jens Christian Heuer

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Telegramm 55: Kühles Europa durch Westlage

Nachdem lange eine meridionale Luftzirkulation vorgeherrscht hatte (Trog über West- und Mitteleuropa, Hochkeil über Rußland), setzte sich am 17. August, 2 Tage nach dem Cut-Off, offenbar eine eher zonale Zirkulation durch. Eine westliche Luftströmung führte recht kühle und feuchte Meeresluft nach Nord-, West-, Mittel- und teilweise auch Osteuropa. Dazu trug mit Sicherheit auch das recht starke Islandtief bei, welches dem Jetstream Energie in Form von latenter Wärme zuführte.

Wetterlage am 17. August 2010 15:00 UTC: Ein starkes Islandtief verstärkt duch Übertragung latenter Wärme den zonalen Jetstream. Westliche Winde sorgen in großen Teilen Europas für mild-kühles, wechselhaftes Wetter. Über Rußland liegt aber noch ein Hochkeil. Quelle: Naval Research Laboratory

Vor Neufundland hatte sich aus einer cyclonalen Krümmung in der Höhenluftströmung ein Tiefdruckwirbel mit Auge gebildet. Obwohl es sich um ein außertropisches Tief handelte, scheint es auch Eigenschaften eines tropischen Wirbelsturms zu haben (hoher vertikaler Temperaturgradient über dem Meer).

Über Teilen Rußland herrschte zu dieser Zeit durch einen Hochkeil noch Hochdruckeinfluß. Es war warm aber nicht mehr so extrem heiß, wie in den vorangegangenen Wochen.

Seit dem 18. August herrscht über ganz Europa eine zonale Luftzirkulation. Bei dieser sogenannten Westlage bestimmen westliche Winde das Geschehen. Kühle und feuchte Meeresluft sorgt in Europa für eher herbstliches Wetter.

Wetterlage am 18. August 2010 15:00 UTC Eine westliche Strömung führt kühle Meeresluft nach Europa. Quelle: Naval Research Laboratory

In Rußland können die Menschen nach der extremen Hitzewelle wieder aufatmen. Es ist deutlich abgekühlt und endllich gibt es auch den langersehnten Regen.

Jens Christian Heuer

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Telegramm 54: Wetterlage am 15. August 2010 – Cut Off über Europa

Am 15. August 2010 hat sich über Europa ein Cut Off ereignet. Dabei haben sich der Höhentrog über West- und Mitteleuropa als cyclonaler Kaltluftwirbel und der Hochkeil über Osteuropa als anticyclonaler Warmluftwirbel von der Höhenluftströmung (Jetstream) abgespalten. Beide Druckgebilde sind dynamisch stabil und bewegen sich nun unabhängig vom Jetstream, welcher sich inzwischen weiter nördlich wieder regeneriert hat. Er ist zonal, mäandert also nur wenig, da der Temperaturkontrast zwischen der polaren Kaltluft und der (sub)tropischen Warmluft  durch die vorangegangene meridionale Luftzirkulation erheblich verringert wurde. Der Temperaturkontrast wird sich aber wieder neu aufbauen, da ein zonaler Jetstream nur einen geringfügigen Temperaturausgleich zustande bringt.

Der warme anticyclonale Wirbel sorgt weiter für Hochdruckeinfluß in Osteuropa. Die Hitzewelle und Trockenheit in Rußland kann so noch eine Weile anhalten. Die Temperaturen sind inzwischen auf um die 30°C zurückgegangen. Auf dem Satellitenbild des Naval Research Laboratory in den USA  mit den eingezeichneten 500 hPa Isohysen ist das alles gut zu erkennen.

Wetterlage am 15. August 2010 09:00 UTC: Cut Off eines cyclonalen aus einem Höhentrog und eines anticyclonalen Wirbels aus einem Hochkeil. Der mit kühler Luft angefüllte cyclonale Wirbel enthält ein dynamisches Tief, das in Mitteleuropa für zum Teil heftige Unwetter sorgt. Der mit Warmluft angefüllte anticyclonale Wirbel über Osteuropa wirkt als blockierendes Hoch. Die inzwischen regenerierte Höhenströmung verläuft weit nördlich.Quelle: http://www.nrlmry.navy.mil/sat-bin/over.cgi

Die hellblau eingezeichneten 500 hPa- Isohypsen beschreiben eine Fläche mit Ebenen, Bergen und Tälern, entsprechend der Höhe über dem Boden, in welcher der Luftdruck auf 500 hPa gefallen ist (Höhenangaben in Dekametern). Eine warme Luftsäule dehnt sich sich in der Vertikalen mehr aus als eine kalte, so daß  der mit zunehmender Höhe fallende Luftdruck die 500 hPa auch erst in einer größeren Höhe erreicht. Die Berge der 500 hPa – Fläche kommen also durch warme, die Täler dagegen durch kalte Luft zustande. Die hellblauen Isohypsen verbinden Orte, die jeweils in derselben Höhe liegen. Liegen die Isohypsen eng beieinander, dann besteht ein starkes Temperatur- und Druckgefälle zwischen den Luftmassen. Da dieses Temperatur- und Druckgefälle die Höhenluftströmung antreibt, zeigen die Isohypsen auch den Verlauf und die Stärke dieser Strömung.

Der cylonale Wirbel enthält ein dynamisches Tief, das auf seiner Nordseite feuchtwarme Luft aus Osteuropa nach Mitteleuropa lenkt. Dort trifft sie auf die kühle Luft aus dem ehemaligen Höhentrog, und es entwickeln sich heftige Unwetter (labile Luftschichtung, Bildung hochreichender Quellwolken) mit Starkregen, Gewitterstürmen und Hagelschauern.

Jens Christian Heuer

Kategorien:Telegramme, Wetter Schlagwörter: