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Telegramm 55: Kühles Europa durch Westlage

Nachdem lange eine meridionale Luftzirkulation vorgeherrscht hatte (Trog über West- und Mitteleuropa, Hochkeil über Rußland), setzte sich am 17. August, 2 Tage nach dem Cut-Off, offenbar eine eher zonale Zirkulation durch. Eine westliche Luftströmung führte recht kühle und feuchte Meeresluft nach Nord-, West-, Mittel- und teilweise auch Osteuropa. Dazu trug mit Sicherheit auch das recht starke Islandtief bei, welches dem Jetstream Energie in Form von latenter Wärme zuführte.

Wetterlage am 17. August 2010 15:00 UTC: Ein starkes Islandtief verstärkt duch Übertragung latenter Wärme den zonalen Jetstream. Westliche Winde sorgen in großen Teilen Europas für mild-kühles, wechselhaftes Wetter. Über Rußland liegt aber noch ein Hochkeil. Quelle: Naval Research Laboratory

Vor Neufundland hatte sich aus einer cyclonalen Krümmung in der Höhenluftströmung ein Tiefdruckwirbel mit Auge gebildet. Obwohl es sich um ein außertropisches Tief handelte, scheint es auch Eigenschaften eines tropischen Wirbelsturms zu haben (hoher vertikaler Temperaturgradient über dem Meer).

Über Teilen Rußland herrschte zu dieser Zeit durch einen Hochkeil noch Hochdruckeinfluß. Es war warm aber nicht mehr so extrem heiß, wie in den vorangegangenen Wochen.

Seit dem 18. August herrscht über ganz Europa eine zonale Luftzirkulation. Bei dieser sogenannten Westlage bestimmen westliche Winde das Geschehen. Kühle und feuchte Meeresluft sorgt in Europa für eher herbstliches Wetter.

Wetterlage am 18. August 2010 15:00 UTC Eine westliche Strömung führt kühle Meeresluft nach Europa. Quelle: Naval Research Laboratory

In Rußland können die Menschen nach der extremen Hitzewelle wieder aufatmen. Es ist deutlich abgekühlt und endllich gibt es auch den langersehnten Regen.

Jens Christian Heuer

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Kategorien:Telegramme, Wetter Schlagwörter:
  1. Karsten Ehle
    26. August 2010 um 11:56

    Unsinn, die meridionale Strömungskonstellation bleibt erhalten, nur dass Mitteleuropa vorübergehend in den Bereich der Trogachse gelangt, an dessen Wellental vorübergehend westliche Winde anliegen. Eine Abkehr von der meridionalen Struktur der Nordhemispärenwellen im europäischen Raum ist mittelfristig nicht zu erkennen.

  1. 19. August 2010 um 20:49

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