Startseite > Wetter > Stürme in Kalifornien

Stürme in Kalifornien

Der Südwesten der USA, insbesondere der Bundesstaat Kalifornien, ist  derzeit von heftigen Unwettern durch eine Serie von Sturmtiefs betroffen, die von Westen über den nördlichen Pazifik heranziehen.

Auslöser für diese Wetterlage ist ein El Nino im äquatorialen Pazifik, der mit deutlich erhöhten Wassertemperaturen einhergeht. Die infolgedessen gesteigerte Wasserverdunstung verstärkt durch vermehrte Zufuhr latenter Wärme konvektive Prozesse und damit auch die tropische Hadley-Zirkulation.

Wetterlage 23.Januar 2010 03:00 GMT Eine Reihe von Sturmtiefs zieht von Westen kommend über den Südwesten der USA, wo es zu sehr ergiebigen Niederschlägen kommt. Die Tiefs verwirbeln Kaltluft aus dem Norden und feuchtwarme Luft aus dem Süden. Die zellulare Bewölkung über dem nördlichen Pazifik entsteht wenn kühle Luft aus dem Norden über die relativ wärmere Luft direkt oberhalb der warmen Wasseroberfläche strömt. Infolge der labilen Luftschichtung entstehen zahlreiche Konvektionszellen, in denen Wolkenbildung einsetzt. Quelle: http://wekuw.met.fu-berlin.de/

Die latente Wärme wird bei der Wolkenbildung als Kondensationswärme freigesetzt und durch die Hadley-Zirkulation in der oberen Troposphäre polwärts transportiert. Durch diesen verstärkten meridionalen Wärmetransport baut sich der für die Herausbildung eines Jetstreams erforderliche Temperaturgradient deutlich stärker und auch näher am Äquator auf als zuvor.

El Nino Southern Oscillation (ENSO)

La Nina-Phase: Sehr starke Passatwinde treiben das warme pazifische Oberflächenwasser westwärts, wodurch an den Westküsten Nord- und Südamerikas kaltes, nährstoffreiches Tiefenwasser hervorquillt und der Pazifik in weiten Bereichen kühler wird.

El Nino-Phase: Sinkt der Druckgradient zwischen Subtropenhochs und dem äquatorialen Wärmetief der Innertropischen Konvergenzzone (ITCZ) im Westpazifik, so werden die Passate schwächer. Dann strömt das im Westpazifik aufgestaute warme Oberflächenwasser nach Osten zurück, wodurch die Wasseroberfläche des Pazifik grossflächig wärmer wird (El Nino). Quelle: http://www.soest.hawaii.edu/MET/Enso/

Die Folge: Der Jetstream und damit auch die Zugbahnen der aus seinen Verwirbelungen hervorgehenden Sturmtiefs verlagern sich äquatorwärts. Außerdem nimmt auch die Stärke und Häufigkeit der Sturmtiefs zu. Diese verstärken ihrerseits durch Übertragung von Drehimpuls wiederum den Jetstream.

Die südlicheren Zugbahnen der Sturmtiefs in Verbindung mit der durch diese Tiefdruckwirbel aus südwestlichen Richtungen herangeführten warmen und feuchten Meeresluft bescheren dem Südwesten der USA die langanhaltenden Unwetter mit Starkregen und heftigen Gewittern.

Jens Christian Heuer

Link: „Kalifornien-Unwetter“ von Frank Abel auf Wetter24. Sehr lesenswerter Beitrag! Frank Abel ist Meteorologe bei der Meteogroup.

Advertisements
Kategorien:Wetter
  1. Helgo BRAN
    24. Januar 2010 um 21:41

    Gut gemacht, lieber Herr HEUER: Text kenntnisreich und schlüssig formuliert! Vielen Dank!
    (Bei den beiden Abbildungen ist einiges Nachdenken und Analysieren notwendig: Könnten Sie ‚Thermocline‘ bitte erläutern?)
    Freundliche Grüße! H. BRAN

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: