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Telegramm 17: Wetterlage Afrika am 6.September 2009

Ausgeprägte Quellwolkenbildung und Gewitter über Nordafrika. Vor Westafrika hat sich im Bereich der African Easterly Waves eine tropische Depression (Tief) gebildet. Aus tropischen Depressionen können sich bei ausreichender Zufuhr latenter Wärme tropische Wirbelstürme (Hurrikane) entwickeln.

Der African Easterly Jet (AEJ) ist ein kräftiger Ostwind in mittleren Höhen, der bis in relativ bodennahe Luftschichten herabreicht. Allerdings verwandelt hier die Bodenreibung den Ostwind (Urpassat)in einen Norostwind (Nordostpassat). Der AEJ wird durch den Temperaturgegensatz zwischen der heißen Luft über der Sahara und der vergleichsweise kühleren Luft über dem tropischen Regenwald angetrieben. (Mechanismus: Es bildet sich ein von Nord nach Süd gerichteter Luftdruckgradient, da der Luftdruck in warmen Luftsäule mit der Höhe langsamer abnimmt als der Luftdruck in einer kalten Luftsäule. Ohne Erdrotation gäbe es einen Nordwind, doch mit Erdrotation wird die ablenkende Corioliskraft wirksam und aus dem Nordwind ein Ostwind.)

Bei Ereichen einer kritischen Strömungsgeschwindigkeit beginnt der AEJ zu mäandern. Es bilden sich Rossby-Wellen,  die African Easterly Waves (AEW) mit Wellenbergen (Trögen) kühler Luft und Wellentälern (Rücken) warmer Luft.  Durch Schwankungen in der Strömungsgeschwindigkeit des AEJ entstehen Konvergenzen und Divergenzen: Konvergenzen („Luftstauungen“) zwingen die Luft nach oben auszuweichen. Dabei kühlt sie ab und die Luftfeuchtigkeit kondensiert. Durch Freisetzung latenter Wärme (Kondensationswärme) bilden sich in einem selbstverstärkenden Prozeß Quellwolken, und es entsteht ein bodennahes Tief, die tropische Depression (Schlechtwetter). Im Bereich der Divergenzen („Luftverdünnungen“) wird Luft von oben angesaugt. Die absinkende Luft erwärmt sich, wodurch sich die Wolken auflösen (Schönwetter).

Oberhalb des African Easterly Jet (AEJ) herrschen dagegen starke Westwinde vor, weil sich in großen Höhen der Temperaturgegensatz zwischen den Luftmassen umkehrt. Das liegt an der latenten Wärme, die bei der starken Wolkenbildung über dem tropischen Regenwald frei wird. Dadurch ist die Luft über dem tropischen Regenwald in größeren Höhen deutlich wärmer als die praktisch wolkenfreie Luft über der Sahara.

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Kategorien:Telegramme, Wetter
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