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Märzschnee 2009

Die Wetterlage bei uns hat sich drastisch verändert. War es um den 20. März 2009 herum, also zu Frühlingsanfang noch heiter, kalt und trocken, so ist es jetzt bei etwas milderen Temperaturen, vollkommen bewölkt , und bis ins Flachland gibt es immer wieder teilweise recht starke Schneefälle, die allmälich in Schneeregen übergehen. Der Grund für diesen Wetterwechsel ist die Umstellung der Luftzirkulation von meridional  auf zonal. Eine starke Höhenströmung aus nordwestlichen Richtungen lenkt einen Tiefdruckwirbel nach dem anderen nach Mitteleuropa. Eine solche Wetterlage wird von den Meteorologen wegen der vorherrschenden Windrichtung als Nordwestlage bezeichnet. Da die Tiefdruckwirbel über dem Atlantik viel Feuchtigkeit aufnehmen können bringen sie ergiebige Niederschläge, zumeist in Form von Schneefällen oder Schneeregen, da die von der Höhenströmung herangeführte Luft polaren Ursprungs und damit auch recht kalt  ist.

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Wetterlage am 25.März 2009 12:00 Uhr UTC. Durch eine starke nordwestlichen Höhenströmung werden Tiefdruckwirbel mit feuchter polarer Kaltluft nach Mitteleuropa gelenkt. Diese bringen teilweise starke Schneefälle bis in niedrige Lagen. (Interpretation der Höhenkarte hier) Quelle: http://www.wetter3.de/

Die nachfolgende Wetterkarte zeigt Verteilung und Art der Niederschläge sowie die Luftdruckverhältnisse in Bodennähe.

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Niederschläge und Luftdruckverteilung am 20. März 2009 zwischen 06:00 und 12:00 Uhr UTC. Blau=Regen oder Eisregen, Pink=Schnee, Grün=Isobaren.  Quelle: http://www.wetter3.de/

Die Luftdruckverteilung wird durch Isobaren dargestellt, die Orte mit  gleichem Luftdruck miteinander verbinden.

Zu guter Letzt noch das aktuelle Wetterbild des europäischen Wettersatelliten Meteosat. Die im sichtbaren Licht aufgenommene Aufnahme zeigt sehr schön das  mächtige Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa und dessen ausgedehnte Kaltfront, welche für die starken Schneefälle verantwortlich ist.

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Wetterlage am 25.März 2009 12:00 Uhr UTC. Quelle: http://www.metoffice.gov.uk/

Die zellulare Bewölkung hinter der Kaltfront entsteht, wenn die nachfolgende kalte Polarluft uber die relativ warme Meeresoberfläche strömt. Infolge der labilen Luftschichtung (kalte Polarluft über der vergleichsweise warmen Luft unmittelbar über dem Wasser) bilden sich mächtige Konvektionszellen in denen die Luftmassen gehoben werden und dabei abkühlen, so dass sich Quellwolken bilden. Die zellulare Struktur der Wolkenfelder entspricht der Anordnung der Konvektionszellen.

Jens Christian Heuer 

Mehr über Tiefdruckgebiete hier

Verwandter Artikel: Kalter Frühlingsanfang 2009

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Kategorien:Wetter
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