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Wetterlage 17.Februar 2009 – Kaltluft aus dem Norden

Der Winter bleibt uns vorerst erhalten und es wird sogar noch kälter in Deutschland. In den letzten Tagen war es vor allem im Westen zunächst etwas milder geworden. Verantwortlich dafür war die nordwestliche Höhenluftströmung des Hochkeils, welche etwas angewärmte Atlantikluft nach Westeuropa brachte.

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Wetterlage am 15. Februar 2009 06.00 Uhr UTC  Die Höhenströmung des Hochkeils läuft über dem Atlantik bevor sie dann aus nordwestlicher Richtung nach Westeuropa gelangt. Das führt dort zu eher milden Temperaturen. Quelle: http://www.wetter3.de/ Zur Interpretation der Höhenkarten siehe hier

Ganz langsam verlagern sich die Rossby-Wellen (mit Hochkeilen und Höhentrögen) der Höhenluftströmung  (Jetstream) aber nach Osten. Das hat zur Folge, dass die Höhenströmung zunehmend aus mehr nördlicher Richtung zu uns kommt,mit polarer Kaltluft im Gepäck.  

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Wetterlage am 7. Februar 2009 12.00 Uhr UTC  Die Höhenströmung des Hochkeils kommt nun direkt aus dem Norden und führt polare Kaltluft heran. Quelle: http://www.wetter3.de/

Die Temperaturen gehen deutlich zurück. In der Nacht sind dann sogar zweistellige Minusgrade möglich.

Trotz alledem ist die Grosswetterlage noch recht stabil, da sich Hochkeile und Höhentröge ja nur langsam fortbewegen, was wiederum mit der niedrigen Rossby-Wellenzahl von 4 zusammenhängt. Bei höheren Wellenzahlen bewegen sich die Hochkeile und Tröge schneller und das Wetter wird dementsprechend wechselhafter.

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Wetterlage am 17. Februar 2009 12.00 Uhr UTC  Bei einer Wellenzahl von 4 wandern die Rossby-Wellen in der Höhenströmung (Jetstream) nur langsam ostwärts. Die Grosswetterlage ist daher relativ stabil. Quelle: http://www.wetter3.de/

Der Winter wird wegen dieses schon viele Wochen vorherrschenden Schwingungsmusters im Jetstream wohl noch eine ganze Weile anhalten.

Zum Schluss noch ein Blick auf das passende Infrarotbild des europäischen Wettersatelliten Meteosat von heute:

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Wetterlage am 17. Februar 2009 12.00 Uhr UTC.  Die von Norden heranströmende Luft staut sich vor den Alpen und wird gehoben, wobei sie weiter abkühlt. Die dadurch ausgelöste Wolkenbildung am Nordrand der Alpen ist gut zu erkennen. Die Wolken südlich der Alpen gehören zu einem Leetief. Zur Interpretation einer schwarzweissen Infrarotaufnahme siehe hier . Quelle: http://www.wetter3.de/

Die von Norden heranströmende Kaltluft staut sich an der windzugewandten Nordseite der Alpen (der Luvseite)  und wird zum Aufsteigen gezwungen. Dabei kühlt die Luft noch weiter ab, so dass starke Wolkenbildung mit z.T. ergiebigen Schneefällen einsetzt.

Die Wolken südlich der Alpen rühren von einem sogenannten Leetief her. Durch die Alpen wird der Strömungsquerschnitt für die von Norden in der Höhe heranströmende Luft verringert. Dadurch nimmt die  Strömungsgeschwindigkeit der Luft bei gleichzeitigem Druckabfall zu (Gesetz von Bernoulli). Auf der windabgewandten Südseite der Alpen, der Leeseite, bildet sich dann unter dem Einfluss der Erdrotation ein aufwärtsgerichteter Tiefdruckwirbel, das Leetief (mehr über Tiefdruckgebiete hier).

Jens Christian Heuer

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Kategorien:Wetter
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